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Merle Selke überlegt derzeit, ihrer Ausbildung ein Studium folgen zu lassen, um einen international anerkannten Abschluss in Physiotherapie zu erwerben.

Bremer Lehrinstitut für Physiotherapie: Den ganzen Menschen im Blick

Seit Juli 2020 befindet sich das Bremer Lehrinstitut für Physiotherapie (BLIPHT) in Trägerschaft des DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus, das so seinen orthopädischen Schwerpunkt weiter stärkt.

Jährlich vergibt das DIAKO-BLIPHT 28 Ausbildungsplätze. Merle Selke ist gerade im dritten Ausbildungsjahr und begeistert von der Vielseitigkeit der Ausbildung. Ursprünglich hat die naturwissenschaftlich interessierte 25-Jährige Maschinenbau studiert, dort aber die soziale Komponente und den Kontakt zu Menschen vermisst. »Ich habe dann überlegt, was mich wirklich interessiert. Da ich schon immer Sport treibe – rhythmische Sportgymnastik und Fitness –, bin ich auf den Gedanken gekommen, mich damit auch beruflich zu befassen.« So tauchte die Idee Physiotherapie auf. »Auch hier beschäftigen wir uns mit Hebelkräften und Anatomie. Angewandte Physik sowie Biomechanik gehören ebenfalls zu den Lerninhalten.«

Die ersten neun Monate stand der theoretische Unterricht im Mittelpunkt, der mit einer theoretischen und einer praktischen Zwischenprüfung endete. »Wir haben eine Karte mit einem Krankheitsbild gezogen und dann beispielsweise gezeigt, wie wir einen Patienten behandeln, der gerade eine neue Hüfte erhalten hat«, berichtet die angehende Physiotherapeutin. Danach kam es zu direktem Patientenkontakt im Rahmen von insgesamt fünf Praktikumseinsätzen. »Ich habe in verschiedenen Krankenhäusern gearbeitet, in der neurologischen Reha und einer allgemeinen Reha-Einrichtung sowie seit Beginn 2022 im DIAKO. Bei diesen Einsätzen können wir das theoretisch vermittelte Wissen praktisch umsetzen.«

Erst in der Ausbildung, so Merle Selke, sei ihr klar geworden, dass Physiotherapie bei den unterschiedlichsten Krankheitsbildern eingesetzt wird. »Wir haben den ganzen Menschen im Blick, arbeiten mit orthopädischen Patient:innen, verschaffen etwa Frauen nach Brustoperationen mit entstauenden Bewegungsübungen Entlastung, sind aber auch in der Abteilung Innere Medizin im Einsatz, wo wir zum Beispiel Atemübungen anbieten.«

Addy Balzer, Gründer der Schule und Schulleiter, bestärkt den Eindruck, dass der Fokus beim DIAKO-BLIPHT auf der praktischen Ausbildung der künftigen Therapeut:innen liegt. Balzer: »Seit 2011 haben wir alle Lehr- und Lernräume unter einem Dach. Auf mehr als 1600 Quadratmetern bieten wir die Möglichkeit zu lernen und Erlerntes direkt vor Ort zu erproben. Dabei profitieren unsere Schüler:innen von der unmittelbaren Nähe zu den anderen therapeutischen Einrichtungen im Haus.«

Einen weiteren Vorteil sieht Balzer darin, dass die praktische Ausbildung in verschiedenen kooperierenden Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet erfolgt und gut eingespielt sei. »Unsere Absolvent:innen arbeiten sowohl als behandelnde Physiotherapeut:innen in Praxen und Krankenhäusern als auch in leitenden Positionen, beispielsweise als Fachlehrende an Physiotherapieschulen, im Sport oder in der Wissenschaft, sodass zusätzlich viele soziale, psychologische und pädagogische Aspekte zum Tragen kommen.«

Was Merle Selke nach ihrem Staatsexamen in diesem Sommer machen wird, weiß sie noch nicht genau. »Meine ursprüngliche Idee, als sportbegeisterte Physiotherapeutin in einer Praxis für Sportverletzungen zu arbeiten und die Patient:innen wieder fit für Wettkämpfe zu machen, ist noch präsent, auch die Überlegung, einen Verein zu betreuen.« Aber weil sie während der Ausbildung einen sehr guten Überblick über viele verschiedene Einsatzbereiche bekommen habe, wolle sie sich noch alle Möglichkeiten offenhalten.

 

Text: Ingo Hartel im Magazin der Freien Kliniken Bremen